• Das sagt Ihre Preisauszeichnung über Ihre Produkte aus

Preispsychologie

Werbung lebt von Farben. Das Auge wird von farbigen Anzeigen magisch angezogen. Farben ziehen die Aufmerksamkeit des Kunden auf sich. In Warenhäusern werden Sonderangebote häufig auf roten oder orangefarbenen Preisschildern ausgezeichnet. Diese stechen gegenüber weißen Preistafeln deutlich hervor.

Farben sind im Marketing auch ein Werkzeug, mit dem Werte vermittelt werden und Aktionen initiiert werden: „Der Grund dafür ist, dass Farben im limbischen Teil unseres Gehirns verarbeitet werden, der der Vernunft, der Ratio nicht zugänglich ist. Wenn wir Farben sehen, reagieren wir rein emotional und unbewusst. In unserem Kulturkreis haben sich kollektive Erfahrungen und Codes zu Farben entwickelt, die in der Werbung bekanntlich genutzt werden und auch bei der Preisauszeichnung funktionieren.“

→ http://www.romankmenta.com/sehen-ihre-kunden-rot-wenn-sie-ihre-preise-sehen/

Gleichzeitig wird die Wahl der richtigen Farbe mitunter von der Zielgruppe bestimmt.

„Das Luxussegment: Hier finden wir, nicht wirklich überraschend, die Metallfarben. Gold steht für Prunk, während Silber elegant wirkt. Sehen Sie sich einmal die Preisauszeichnung in extrem hochpreisigen Boutiquen an: Silberne Schrift auf schwarzem Hintergrund, das ist maximale Zurückhaltung und wirkt ungemein edel. Teuer, aber mit Stil. Silber mit Schwarz wirkt außerdem intellektuell und distanziert, es gibt dem Käufer Raum und wertet ihn auf unaufdringliche Weise auf. Dass das Produkt dazu passen muss, versteht sich von selbst. Und dass ein Luxuslabel, das etwas auf sich hält, seine Preise im Ausverkauf eher durchstreicht als rot schreibt, ist bestimmt auch kein Zufall.“
Mit der richtigen Kombination aus Farben und Preisen können Händler die Aufmerksamkeit ihrer Kunden auf sich lenken und die Wirkung von Werbemaßnahmen verstärken.

Rot wird in der Werbung gerne bei Angeboten verwendet. Rot ist das Ausrufezeichen. Es steht für eine Handlungsaufforderung, ist jedoch auch mit Vorsicht zu genießen. Zuviel davon kann abschreckend wirken. In Kombination mit Gelb sind Ihnen die sogenannten „Schnäppchenjäger“ sicher. Gelb steht gemäß Farbpsychologie unter anderem für Geiz.

Ist der Preis heiß?

Abstract artistic watercolor splash backgroundWäre es doch ein Einfaches, sein „Image“ mit den richtigen Farben ein wenig aufzupolieren und die Preise entsprechend anzupassen, oder nicht? Höhere Preise, mehr Umsatz. Ganz so leicht lässt sich der Kunde dann doch nicht verführen. Ein Test hat gezeigt, Kunden kaufen aber auch keineswegs immer das Billigste:

„Marshal Fisher und Vishal Gaur von der Wharton University of Pennsylvania wollten wissen, wie Kunden auf Preise bei drei verschiedenen Produkten reagierten. Es ging um ein Brettspiel, einen “Phonics Traveler” – einem Computer zum Lesenlernen für Kinder […] und einem Set Walkie-Talkies. Diese Produkte wurden ausgewählt, weil es sie nicht in den Läden der Konkurrenz gab. Die Testphase betrug 6 Wochen. Insgesamt wurde in 18 Shops getestet. Die Preise:

Für das Brettspiel: $19,99 , $24,99 und $29,99
Für den “Phonics Traveler”: $24,99, $29,99 und $34,99
Für die Walkie-Talkies: $14,99, $19,99 und $24,99

Für die ersten beiden Produkte gingen die Verkäufe hoch, wenn die Preise runter gingen. Soweit wohl wenig überraschend.
Beim Walkie-Talkie allerdings verhielt sich das anders: Hier gingen die meisten beim mittleren Preis von $19,99 über den Tisch. Die Erklärung: Da es sich um ein nicht sofort verstehbares elektronisches Produkt handelt, wurde der Preis als Hinweis auf die Qualität verwendet und deshalb eher mehr gezahlt.

Wichtigste Erkenntnis

Der Preis wird im Zweifel als ein Indikator für Qualität gewertet. Wann immer möglich, sollten Preise getestet werden.

→ http://www.content-driven-ecommerce.de/preispsychologie/

Preise und Farben sollten also aufeinander abgestimmt sein und sowohl zum Unternehmen als auch zum Produkt passen. Setzen Sie Farben entsprechend ihrer Bedeutung ein. Hier ist allerdings auch ein wenig Vorsicht geboten, sofern Ihr Produkt auch im Ausland erhältlich ist. Farben haben je nach Kultur nicht immer die gleiche Bedeutung.

Beachten Sie, welche Kombinationen welche Wirkungen erzeugen, verstärken. So transportieren Sie an Ihre Kunden genau jene Werte, für die Ihre Marke steht und können sich im Wettbewerb positionieren

Wird die Farbpsychologie vielleicht einmal abgelöst?

Im Hinblick auf die farbliche Gestaltung von Preisschildern ist der Spielraum bei elektronischen Preisauszeichnungen aktuell noch eingeschränkt. Die meisten Schilder stellen die Preise schwarz auf weiß dar. Da die Preise „spontan“ an die Nachfrage angepasst werden können, gibt es keine Kreise oder durchgestrichenen Preise, die eine Senkung verdeutlichen. Ein Prinzip, das an Tankstellen Alltag ist, hält damit Einzug in den Einzelhandel. So denn es sich durchsetzt..

Die digitalen Preisauszeichnungen werden aktuell von größeren Marktketten getestet.

→ http://www.welt.de/wirtschaft/article137505891/Saturn-schlaegt-mit-dem-E-Preisschild-zurueck.html

Der technische Fortschritt wird auch hier sicher noch optische Verbesserungen mitbringen.

Wenn Sie sich zum Thema gerne mit uns austauschen wollen, melden Sie sich telefonisch bei unserem Geschäftsführer, Herrn Markus Levens, unter +49 40 6094421-80.

 

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